Die Sonne steht schon etwas tiefer, der Walnussbaum wirft seine Schatten...
...in denen ich stehe, den Gartenschlauch in der Hand und den Blick auf unseren kleinen Wald.
Es ist halb acht, die Temperatur ist angenehm warm, ein leichtes Lüftchen weht und ich schaue in die Baumwipfel und lausche dem leisen Rauschen der Blätter. Ameisen krabbeln über meine Beine, ich betrachte meine Beete und muss feststellen, dass nicht nur mein bisheriges Gartenjahr etwas turbulent war sondern auch das Leben außerhalb meines Flurstückes :)
Aber egal, es ist Sommer und es liegt eine meiner Lieblingszeiten vor mir, Sommerferien!
Aber wie immer beginnen wir von Vorne und zwar im Januar. Falls ihr euch noch erinnert hatte sich Andee den Wänden in der Küche angenommen und meine selbstgewählte Aufgabe sollte es nun sein kleine Lücken im alten Fußboden auszubessern und hier und da noch ein paar Fliesen zu setzen. So ging es dann auch motiviert weiter. Draußen rieselte leise der Schnee und drinnen kam ich meiner Traumküche immer näher, während nachts die Polarlichter leuchteten.
Der Besuch meiner Eltern im Februar wurde zum Arbeitseinsatz und wir hobelten an drei Tagen die Bretter die die Welt bedeuten oder eben mein Küchenboden werden sollten. Euch ist vielleicht aufgefallen, dass dort werden steht also „Zukunft“ – dazu später mehr.
Die Eltern sind weg, der Schnee ist geblieben und so überrede ich meinen Liebsten mit mir und dem alten Holzschlitten meiner Mama doch mal rodeln zu gehen. Wie sich herausstellte hatte Andee mehr Spaß als erwartet und so flitzten wir viele Mal den kleine Berg hinab :)
Viele Bäume heißt auch viel Arbeit. Dieses Mal mussten die Eierpflaumen gestutzt werden. Das Absägen ist die eine Sache, das Kleinschneiden und in den Totholzzaun einpflegen eine ganz andere. Das dauert, das piekt und das nervt irgendwann. Nach drei Wochen konnte ich keine Äste mehr sehen, dafür war der Zaun wieder aufgefüllt und auch etwas erweitert.
Hier mal ein Besuch in Berlin, da mal eine Lesenacht in der Schule und auch mal raus in die Heide. Aber auf was ich mich wirklich gefreut habe war unser kleiner Osterurlaub in Polen. Eine tolles kleines Häuschen, alleingelegen am See mit einem fantastischen Blick. Lesen, spazieren gehen und mal mit dem Boot rausfahren – einfach mal nichts machen.
Kaum zurück hält der Frühling Einzug und Andee legt die Karten auf den Tisch. Die Küche muss warten, denn die Photovoltaikanlage hat Vorrang. Andee kümmert sich um alle Details bei der Bestellung. Über die Nachbarn haben wir einen Elektromeister an der Hand, der uns bei der Anmeldung unterstützt und los geht es mit der Planung. Der beste Mann der Welt macht sich einen Plan und verkabelt unseren Dachboden, baut das Gerüst auf, legt die Schienen für die PV-Elemente und installiert diese später mit dem Nachbarn.
Da meine Hilfe dort nicht gebraucht wird, widme ich meine Aufmerksamkeit einem neuen Tomatenbeet. Da sich die viel geliebte „Kiste der Pandorra“ leider in ihre Einzelteile auflöst muss eine Alternative her. Diese möchte ich mal kurz in ein paar Stunden bauen. Frau sollte meinen sie hat irgendetwas in den letzten sechs Jahren gelernt… aber nööö! Mal schnell heißt, alles in allem mit: die alte Kiste abbauen, Platz aufräumen, neue Kiste bauen und mit Erde befüllen sind wir so bei 12 Stunden. Aber ich habe ein neues Lieblingswerkzeug entdeckt, eine Kappsäge!
Nun können die Beete nach und nach bestellt, der Rhabarber zum ersten Mal geerntet und zu Kuchen verarbeitet werden.
Es stehen Besuche in Stuttgart und Berlin an, welche ausgiebig gefeiert werden :)
Im Wonnemonat Mai wird die PV-Anlage fertig gestellt und angeschlossen. Unser Haus macht jetzt seinen eigenen Strom und wir sind happy.
Im Garten beginnen die Pflanzen zu sprießen, was auch wieder das Reh anlockt. Deshalb heißt es dieses Jahr über alle Beete einen Schutz aus Draht zu bauen, denn so frische grüne Triebe und vor allem Erbsenblüten mag das Tier besonders gerne. Frisches Grün mögen auch unsere zwei hübschen Kaninchen, die nun wieder eingezogen sind.
Die Mauer im hinteren Garten, die ich im letzten Jahr zu Ostern mit Kevin nicht nur schick sondern auch robust für die nächsten 100 Jahre gemacht habe, wartete ja schon lange auf ein kleines Dach. Über einen bekannten aus dem Dorf haben wir über einen längeren Zeitrum immer wieder Dachsteine bekommen und diese konnten nun von mir, leicht schräg damit das Regenwasser abläuft, angebracht werden. Jetzt sieht es ein bisschen aus wie in einem kleinen römischen Kastell.
Dann war es mal wieder soweit das Amtswehrtreffen stand vor der Tür und wir Frauen haben wie immer unser Bestes gegeben und den 1. Platz gemacht.
Ja und so ging das Schuljahr auch langsam zu Ende und es hieß Abschiednehmen für mich. Zum Jahreswechsel hatte ich eine Entscheidung getroffen und zwar mir eine neue Arbeitsstelle zu suchen. Dafür gab es mehrere Gründe und auch wenn es mir aufgrund einiger Kolleginnen sehr schwer fiel, kann ich jetzt schon sagen, dass es die richtige Entscheidung war.
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge ging es in die Sommerferien, welche wie immer aufregend und turbulent verlaufen :)
Aber bevor das Abenteuer Ferien beginnen konnte musste noch das Bad generalüberholt werden. Wir haben nun eine richtige Duschwanne, eine Regenwalddusche und ein angemessen großes Waschbecken. Hier und da noch ein paar Kleinigkeiten ausbessern und fertig ist unser Wellness Spa.
So noch schnell die neue Arbeitsstelle inklusive meiner neuen Klasse kennenlernen, mit den alten Kolleginnen einen ordentlichen Abschluss auf der Tarasse feiern und schon geht es los nach Stuttgart. Dort durfte ich mit meinen zwei Mädels ein wundervolles Wochenende bei großartigem Wetter und viel leckerem Essen verbringen. Kaum zu Hause die Wäsche gewaschen ging es schon wieder los.
Und hier und da dazwischen haben wir gemeinsam immer mal wieder die Küche gestrichen, denn so eine Lehmputzfarbe brauch dann doch eher drei Anstriche bis sie sauber deckt.
Schon sind Andee und ich auf dem Weg zum „Mit Dir – Festival“. Vor zehn wunderbaren Jahren haben wir uns auf einem Festival kennengelernt und deshalb sollte dies auch auf einem gefeiert werden.
Nach fünf Tagen ging es zurück und für mich dann gleich wieder weiter nach Kiel eine Freundin besuchen. Ein kleines Highlight war unsere Fahrt mit dem Tandem – 30 Kilometer und immer schön an der Küste entlang. Und da Sommerferien nur einmal im Jahr sind, haben wir dann auch noch auf unserer großartigen Terrasse und mit den Berliner Freuden unseren Hochzeitstag gefeiert.
Ein bisschen Zeit war noch bis ich mich bei der neuen Arbeitsstelle melden musste. Also rein in den Zug und runter nach Bayern – Familie und Freunden „Hallo“ sagen, am Baggersee abhängen und bis in die Nacht Sterne und Sternschnuppen schauen.
Also ich denke ihr versteht, warum meine Küche noch ein bisschen Zeit benötigt. Aber ihr wisst ja ein gute Küche braucht Zeit zum Reifen :)
Der August neigt sich nun dem Ende. Die neuen Arbeitskolleginnen scheinen sehr nett zu sein. Alles weiter wird sich zeigen.
Aber jetzt stehen erst einmal zwei Geburtstage an, die gefeiert werden wollen!